GASTREZENSION: Stell dir vor, dass ich dich liebe von Vi@Inkvotary

Liebe Weltenbummler,

wir wünschen euch gute Unterhaltung mit einer weiteren Gastrezension von
Vi von Inkvotary: Stell dir vor, dass ich dich liebe! :o)

Titel: Stell dir vor, dass ich dich liebe
Autor: Jennifer Niven
Übersetzer:
Maren Illinger
Seitenzahl:
462 Seiten
Erschienen: Juni 2017
Preis: 14.99 EUR
ISBN: 978-3-7373-5510-0
Verlag: Fischer Sauerländer

Der eine Mensch, der dein Leben verändert.
Jack ist der Coolste, der Schönste, von allen geliebt und begehrt. Doch Jack hat ein Geheimnis: Er kann sich nicht an Gesichter erinnern – nicht mal an das seiner aktuellen Freundin. Dass seine Coolness nur Selbstschutz ist, durchschaut niemand. Bis Libby in sein Leben tritt. Von allen Menschen ausgerechnet Libby. Ein No-go. Sozialer Selbstmord. Und der einzige Mensch auf der ganzen verdammten Welt, der die Wahrheit schöner findet als all die perfekten Lügen …
(Inhalt + Cover © S. Fischer Verlage)

Rezension:

Story
Libby trifft auf der neuen Schule auf den unglaublich charmanten und gutaussehenden Jack, der Liebling aller. Die beiden lernen sich Stück für Stück näher kennen, haben sie doch eines gemeinsam: Sie haben ein mehr oder weniger sichtbares Problem. Libby ist stark übergewichtig und Jack leidet and Gesichtsblindheit. Zwar weiß er das gekonnt zu verstecken, doch aus irgendwelchen Gründen kann er seine Krankheit vor Libby nicht verheimlichen. Sie durchschaut sein Verhalten, seine Tricks und akzeptiert ihn dennoch ohne Wenn und Aber. Etwas, womit Jack nicht gerechnet hat.

Style
Der Roman ist zu Beginn ein bisschen wie ein Tagebuch gehalten. Da gibt es Listen und Briefe von Jack und Libby teilt ihre Vergangenheit ein Stück weit mit dem Leser. Dabei springt die Geschichte in der Zeit vor und zurück. Mal ein paar Stunden, mal ein paar Wochen, mal ein paar Jahre. Dadurch bekommt der Roman von der ersten Seite an ein unglaublich zügiges Lesetempo und der frische Schreibstil der Autorin tut ein Übriges, den Leser rasch und mit viel Charme in die Handlung zu bringen.

Leider bricht der Roman nach circa der Hälfte plötzlich buchstäblich weg. Es wird etwas kitschig, viele Passagen scheinen als Streckmaterial zu dienen und so manches erscheint etwas weit hergeholt bzw. wirkt unrealistisch. Gemessen am Beginn, der absolut realistisch dargestellt ist. Die Mitschüler sind grausam, der Gruppenzwang ist allgegenwärtig und die Direktorin der High-School waltet ihres Amtes.

Keine Frage, zwei starke Themen – Prosopagnosie und Übergewicht – werden hier auf äußerst feinfühlige und sensible Art aufgezeigt, beschrieben und mit all ihren Konsequenzen und Folgen dargestellt. Aber irgendwann habe ich mir die Frage gestellt, warum Jack Libby davon erzählt hat, obwohl er sie überhaupt nicht kennt. Zumindest zu dem Zeitpunkt noch nicht, als er ihr das per Brief sagt. Denn im Gegensatz zu ihm geht Libby mit ihrem starken Übergewicht offen und direkt um. Und das war weit glaubwürdiger als sein Herumgeeiere mit seinen Eltern.

Charaktere
Libby ist eine Wucht. Im wahrsten Sinne des Wortes. Und das ist jetzt nicht negativ gemeint. Sie hat eine grandiose Art mit dem Hass und den Anfeindungen ihrer Mitmenschen umzugehen. Einfach nur toll. Und was sie sich für Gedanken macht, warum ihre Mitschüler so und nicht anders auf sie reagieren, warum alle immer denken Fett gleich Schlampe, um noch das harmlosere zu nennen, das haut einen wirklich um.

Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass die Autorin durchaus ein Händchen für die Erschaffung von Figuren hat. Gut, irgendwann geht es einem etwas auf den Geist, dass Jack sich seiner Familie gegenüber so verhält, wie er es tut und dass der Vater das macht, was er macht. Aber hey, nicht jeder scheint eine Familie zu haben, wo man die Dinge ansprechen und vor allem aussprechen kann oder darf. Traurig, aber wahr.

Fazit
Das war das erste Buch von der Autorin, dass ich gelesen habe. Gut, die optische Aufmachung ist jetzt nicht so meins, aber das kann man ignorieren. Wer auf eine romantische Geschichte mit etwas seichten Passagen und viel Streckmaterial steht und nichts dagegen hat, dass der Roman nicht nur von einer starken Protagonistin, sondern auch buchstäblich einigen großen Missverständnissen lebt, der ist hier dann bestens bedient. Für mich war er ab der Hälfte zwar noch lesbar, aber auch zu vorhersehbar und dass viele Fragen unbeantwortet bzw. vieles überhaupt offen blieb, das hat mich dann doch etwas gestört.

Wertung
3 Sterne

best wishes
Vi@Inkvotary

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Über FiktiveWelten

Bücherwurm – überrascht?!? Fotoknippser – schlimmer als jeder Tourist und ganz egal was ^^ Abenteurer – stets auf Entdeckungstour: "Mein Schaaaatz!!!" (Geocaching) Produkttester – weil’s Spaß macht, Wirbelwind – Chaos in Person FiktiveWelten – seit 2010 :o)
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