BLOGAKTION: Follow Friday ~ Highlight September 2017

ffbyfw_logoVon Sonja von A Bookshelf Full Of Sunshine ins Leben gerufen, von FiktiveWelten mit neuem Logo fortgeführt. 

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Laufzeit der Frage: Freitag bis Donnerstag. Regeln. Keine Anmeldung nötig.

 

[FF-51] Dein Highlight im September 2017 und deine aktuelle Lektüre

So – nachdem das Brainstorming fast ein Satz mit X war, geht es nun dennoch mit dem Follow Friday in gewohnter Manier weiter.

Mit etwas Verspätung, dafür aber um die aktuelle Lektüre ergänzt, interessiert mich natürlich auch euer Highlight aus dem September. Nebenbei eine gute Aufgabe, um sich nach dem Päuschen für kommende Fragen warmzulaufen. ;o)

Mangels Zeit, habe ich selbst wenig Gelegenheit gefunden, massig Bücher zu lesen. Da wundert es auch nicht, dass mein eigenes Highlight wieder mal ein Sachbuch ist:

Flora – 3000 Jahre Pflanzendarstellung in der Kunst
herausgegeben von Victoria Clarke; übersetzt von Katrin Harlaß, Angelika Körber, Trude Stegmann, Dr. Sebastian Vogel, Dr. Coralie Wink und Sabine Zucchi
(Ein Klick auf den Titel führt zur Rezension.)

Aktuell steckt meine Nase im ersten Band der neuen Serie Moon Chosen von P. C. Cast und bisher finde ich es ganz gut. Hoffentlich bleibt es auch so bei über 700 Seiten … ;o)

Welcher Titel hat euch im September überzeugt und worin seid ihr aktuell vertieft?

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REZENSION: The Girl before ~ J P Delaney

Titel: The Girl before
Autor: J P Delaney
Seitenzahl:
400 Seiten
Erschienen: April 2017
Preis: 13.00 EUR
ISBN: 978-3-328-10099-7
Verlag: Penguin

Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich nicht allein bin. Manchmal glaube ich, dass dieses Haus mich beobachtet. Etwas muss hier geschehen sein. Etwas Schreckliches.

Nach einem Schicksalsschlag braucht Jane dringend einen Neuanfang. Daher überlegt sie nicht lange, als sie die Möglichkeit bekommt, in ein hochmodernes Haus in einem schicken Londoner Viertel einzuziehen. Sie kann ihr Glück kaum fassen, als sie dann auch noch den charismatischen Besitzer und Architekten des Hauses kennenlernt. Er scheint sich zu ihr hingezogen zu fühlen. Doch bald erfährt Jane, dass ihre Vormieterin im Haus verstarb – und ihr erschreckend ähnlich sah. Als sie versucht, der Wahrheit auf den Grund zu gehen, erlebt sie unwissentlich das Gleiche wie die Frau vor ihr: Sie lebt und liebt wie sie. Sie vertraut den gleichen Menschen. Und sie nähert sich der gleichen Gefahr. (Inhalt + Cover © Penguin)

Rezension:

Folgate Street 1 in Hendon, London: Ein Haus, so eigen wie sein Architekt. Außen ein kompakter Würfel mit horizontalen Glasschlitzen, innen beeindruckende Technik, gepaart mit karger Leere und absoluter Stille. Es gibt etwa zweihundert Klauseln im Mietvertrag, allerhand Pflichten und Verbote sowie ein Bewerbungsprozedere mit finalem Vetorecht des Vermieters. Das Objekt hat allerdings eine dramatische Historie. Leichen pflastern seinen Grund und Boden. Nicht zuletzt verlor Edward Monkford Frau und Sohn bei einem tragischen Unfall und ließ sie an Ort und Stelle begraben. Auch Emma Matthews und Jane Cavendish haben einschneidende Erlebnisse hinter sich, als sie das Haus beziehen. Während Emma nach einem bewaffneten Überfall einen Neuanfang wagt, lässt Jane eine Totgeburt zurück. Monkford ist ein Mann, wie kein anderer. Ein Techno-Minimalist, der großen Wert auf Integrität, Ordnung und Disziplin legt. Mit Charme und Selbstbewusstsein fasziniert er die Damenwelt. So erliegen auch zunächst Emma und später Jane seinen Reizen. Beide Beziehungen sind unkonventionell, währen jedoch nur kurz. Trotz frappierender Ähnlichkeit zur verblichenen Elizabeth Monkford, widerstreben beide Frauen seinem zwanghaften Perfektionismus. Emma wird jäh von ihrer Vergangenheit eingeholt, während Jane wiederum der Vergangenheit des Architekten auf den Fersen ist, um ihre gemeinsame Zukunft zu sichern. Mit Widerstand und selbständigem Denken kann Edward nicht umgehen, Kontrolle und Macht sind sein Metier. Seine Obsessionen bergen allerdings nie ein gutes Ende. Und jeder Fertigstellung eines neuen Gebäudes der Monkford Gruppe geht ein Todesfall voraus …

THE GIRL BEFORE ist eine Geschichte über ein faszinierendes Hightech-Haus, einen dominanten Architekten und die Frauen, die Teil seines Lebens waren. Es geht um Leidenschaft, Lügen, allerhand Geheimnisse und ungeklärte Todesfälle. Im Fokus stehen zudem zwanghafte Wiederholungen, die umso deutlicher werden, da während der Lektüre Vergangenheit und Gegenwart parallel zum Zuge kommen. J P DELANEY unterteilt das Buch in siebzehn Kapitel, die sich thematisch, den Fragen des Bewerbungsbogens potenzieller Mieter angelehnt, dem Höhepunkt des Geschehens nähern. Die Ereignisse werden abwechselnd jeweils in erster Person Singular aus den Perspektiven „Damals: Emma“ und „Heute: Jane“ geschildert. Jede Frau nimmt den Leser in ihrem Leben gefangen. Was allerdings in ihren Köpfen vorgeht, erfährt er nur in begrenzten Maßen. Handlungen, Andeutungen und seltsame Begebenheiten sorgen für Verwirrung und fachen die Suche nach möglichen Erklärungen an. Das Spannungspotenzial ist dementsprechend hoch angesetzt und erfüllt die Erwartungen. Die Auflösung des Ganzen vermag womöglich auch einige Leser überraschen, der richtige Knalleffekt bleibt für mich allerdings aus. Zu glatt und durchdacht wirken Inhalt und Umsetzung. Eben perfekt auf eine Verfilmung ausgelegt, die nicht auf sich warten lässt.

THE GIRL BEFORE erscheint als Paperback im Penguin Verlag. Das Cover ist ein absoluter Eyecatcher! Düstere Farbgebung, scharfe Kanten und der Wechsel zwischen glänzenden und matten Flächen verzaubert hinsichtlich Optik und Haptik gleichermaßen. Der Auszug aus dem Inhalt auf der Buchrückseite sowie ausgewählte Fragen des Bewerbungsbogens auf den Innenklappen machen Lust auf mehr. Ein gelungener Marketing-Effekt!

Fazit:

J P DELANEY erzählt mit THE GIRL BEFORE einen soliden Thriller, der Interesse weckt, Spannung erzeugt und befriedigend endet. Der regelmäßige Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart sowie allerhand Lügen und Geheimnisse sind gelungen, ebenso die Hintergründe des Geschehens. Trotz rundum guter Unterhaltung fehlt mir allerdings das gewisse Extra, der Wow-Effekt zum Hype bleibt aus.

Weitere Rezensionen:

Kitsunebooks

In Büchern leben

Tintenhain

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REZENSION: Palast der Finsternis ~ Stefan Bachmann

Titel: Palast der Finsternis
Autor: Stefan Bachmann
Seitenzahl:
397 Seiten
Erschienen: August 2017
Preis: 18.00 EUR
ISBN: 978-3-257-30055-0
Verlag: Diogenes

Die Außenseiterin Anouk ist mit vier anderen Kandidaten nach Paris gekommen, um einen lange verschütteten unterirdischen Palast zu erforschen, den ein verrückter Adliger zur Zeit der Französischen Revolution als Versteck für seine Familie erbauen ließ. Doch nachdem die Jugendlichen einmal durch die Tür mit dem Schmetterlingswappen getreten sind, erwartet sie in jedem weiteren Raum ein neuer Abgrund, den sie nur gemeinsam bezwingen können. (Inhalt + Cover © Diogenes)

Rezension:

Anouk Geneviève von Roijer-Peerenboom ist eine von fünf Auserwählten, die gemeinsam den Spuren einer jahrhundertealten Sensation nachgehen. Eine Expedition in den Untergrund von Paris – streng reglementiert und absolut geheim. Außerdem im Team: Jules Makra, William Park, Hayden Maiburgh und Lilly Watts. Sie alle sind überaus geeignet für diese besondere Reise. Ihre Kontakt- und Begleitperson ist Professor Dr. Thibault Dorf, der inmitten seiner vier Bodyguards wohl den groteskesten Auftritt am Treffpunkt hat. Vor Ort wird darüber hinaus Miss Sei, leitende Wissenschaftlerin der Sapani Corporation, assistieren. Und schon startet das Projekt Papillon!

Warum ausgerechnet Teenager im Alter von sechzehn bis siebzehn Jahren anstelle von erfahrenen Archäologen oder renommierten Kunsthistorikern die sagenumwobene Fundstätte unter dem Château du Bessancourt ergründen, bleibt zunächst fraglich. Nichtsdestotrotz erwartet die jungen Leute nicht nur ein architektonisches Wunder des 18. Jahrhunderts, sondern das größte Abenteuer ihres Lebens …

Über dreißig Meter unter der Erdoberfläche nimmt unerwartetes Unheil unaufhaltsam seinen Lauf. Nicht alles lässt sich rational erklären und nicht alles folgt logischen Abläufen. Das Palais du Papillon ist für die Hauptfiguren ebenso ein spannendes Verwirrspiel wie für die Leserschaft. Gleich zu Beginn wird die Gruppe unter merkwürdigen Umständen um ein Mitglied ärmer. Hayden hat es erwischt. Damit bekommt das Projekt einen negativen Anstrich und es steht wohl außer Frage, dass ihnen die Veranstalter böse mitspielen. Gut für den Spannungsbogen!

Fünfundfünfzig Kapitel in erster Person Singular aus Anouks Blickwinkel sowie regelmäßige Einschübe, ebenfalls in erster Person Singular, aus der Perspektive von Aurélie du Bessancourt aus dem Jahre 1789 treiben das Geschehen einst wie heute auf einen mysteriösen Höhepunkt zu. Kurze Abschnitte kommen hierbei einem zügigen Lesefluss zugute. Der Palast birgt viele Räume und ein jeder hält eine Überraschung bereit. Einige hiervon sind wirklich gefährlich. Ab und an wird es sogar recht brutal. Insgesamt bewegt sich die Erzählung zwischen Phantasie, Historie, Wissenschaft und Familientragödie. Die größten Rätsel der Menschheit sind das Leben und der Tod. Im PALAST DER FINSTERNIS liegt die Lösung irgendwo dazwischen!

PALAST DER FINSTERNIS erscheint als Paperback im Diogenes Verlag.
Das Cover fällt vor allem durch metallischen Schimmer ins Auge. Aber auch das Motiv selbst wirkt mysteriös und weckt Neugier auf den Inhalt. Rückseite und Innenklappen halten Informationen über Inhalt und Autor, darüber hinaus auch die Einladung der Sapani Corporation zur Exkursion bereit.

Fazit:

Im PALAST DER FINSTERNIS erwartet die Leserschaft ein, im wahrsten Sinne des Wortes, finsteres Abenteuer zwischen Phantasie und Wirklichkeit. STEFAN BACHMANN schickt seine jungen Hauptfiguren in ein unterirdisches Labyrinth unterschiedlicher Gefahren. Die Geschichte bewegt sich zwischen Leben und Tod, Freundschaft und Einsamkeit. Spannend und unterhaltsam!

Weitere Rezensionen:

Kejas Blogbuch

Buchstabenträumerei

Buchperlenblog

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REZENSION: Flora ~ 3000 Jahre Pflanzendarstellung in der Kunst

Titel: Flora – 3000 Jahre Pflanzendarstellung in der Kunst
Herausgeber: Victoria Clarke
Übersetzung: Katrin Harlaß, Angelika Körber, Trude Stegmann, Dr. Sebastian Vogel, Dr. Coralie Wink, Sabine Zucchi
Seitenzahl:
352 Seiten
Erschienen: August 2017
Preis: 59.00 EUR
ISBN: 978-3-421-04051-0
Verlag: DVA

Lassen Sie sich entführen auf eine visuelle Reise, die Sie mitnimmt in eine faszinierende Welt aus allen Arten der Pflanzendarstellung in der Kunst – von Malerei, Grafik, Holzschnitt, Lithografie bis hin zu allen Arten der Fotografie und moderner Computertechnik. Staunen Sie über die Vielfalt der Bilder und deren kultureller Bedeutung für Wissenschaft, Kunst und Geschichte. Dieses Buch ist einmalig in seiner Art: Noch nie wurden derart beispielhaft und vollständig Kunstwerke verschiedenster Epochen und Kulturen gezeigt und einander thematisch gegenübergestellt, um die ganze Fülle einer geheimnisvollen Welt der Flora zu präsentieren – u. a. von Ernst Haeckel und Pierre-Joseph Redouté über Albrecht Dürer und Leonardo da Vinci, Katsushika Hokusai und Yayoi Kusama, Maria Sibylla Merian und Georgia O’Keeffe bis hin zu Irving Penn und Nick Knight. (Inhalt + Cover © DVA)

Rezension:

Mit FLORA feiert die Deutsche Verlags-Anstalt 3000 JAHRE PFLANZENDARSTELLUNG IN DER KUNST. Freude und Ehre all jenen, die Faszination und Leidenschaft teilen. Der umfangreiche Bildband ist in der Tat ein gewaltiges Werk, sowohl schwer von Gewicht als auch inhaltlich zweifelsohne herausragend! 300 ausgewählte Illustrationen repräsentieren botanische Schönheit aus aller Herren Länder und geben Einblick in künstlerisches Schaffen auf einer Zeitachse von rund 1600 Jahren vor Christus bis in die Gegenwart. Das internationale Expertengremium, das für die Zusammenstellung verantwortlich zeichnet, legt besonderen Wert auf die kulturellen und spezifischen Hintergründe der Abbildungen. Künstler und Wissenschaftler aus Europa, China und Indien, Afrika, Australien und Amerika finden ebenso Einlass wie Skulpturen, Handschriften, Malereien und Zeichnungen sowie Fotografien und sogar Arbeiten, die auf mikroskopischen Aufnahmen basieren. Erklärende Texte bergen darüber hinaus so manches Highlight für den Leser und Betrachter des Buches.

Zunächst weist ein übersichtliches Inhaltsverzeichnis den Weg. Ein ausführliches Vorwort erzählt über die Geschichte der botanischen Illustration, deren Ursprünge und Fortgang, über die Bedeutung der botanischen Systematik per se und die bildliche Wiedergabe in Kunst und Wissenschaft sowie über moderne Entwicklungen und frische Ansätze botanischer Bildgebung und deren Verbreitung in Gegenwart und Zukunft. Das Herzstück von FLORA sind selbstredend die Kunstwerke. Jedem Exponat steht eine gesamte Seite für Bild und Text zur Verfügung. Die Anordnung ist natürlich nicht dem Zufall überlassen. Paarweise ermöglichen sie Vergleiche und Kontraste hinsichtlich Gegenstand, Alter, Zweck, Herkunft oder Darstellungsform. Für Interessenten chronologischer Aspekte folgt eine Zeittafel mit allerhand Meilensteinen botanischer Geschichte. Auszüge zur Taxonomie des Pflanzenreichs, ein übersichtliches Glossar sowie ausgewählte Biografien runden den Bildband zusammen mit Literatur-Hinweisen, einem alphabetischen Register, Danksagung sowie Text- und Bildnachweisen ab.

Die Aufmachung von FLORA ist ein Kunstwerk für sich! Das eingangs erwähnte Gewicht kommt nicht von ungefähr. Für 3000 JAHRE PFLANZENDARSTELLUNG IN DER KUNST wurde nicht nur das Großformat, sondern auch qualitativ hochwertiges Papier genutzt. Der Druck ist klar und, wo beabsichtigt, farbgewaltig. So kommt auch das kleinste Detail der Abbildungen perfekt zur Geltung, Licht- und Schatten verlieren nicht an Wirkung und Reliefs scheinen zum Greifen nah. Die erklärenden Texte stehen den Kunstwerken in ihren Maßen zurück, enthalten dennoch mannigfaltige Informationen um Werk, Künstler bzw. Wissenschaftler sowie die Schaffensperiode. Tatsächlich lernt man hier noch einiges dazu. Wer weiß schon um den Kultstatus der Acker-Schmalwand, der ersten Pflanze, die einen vollständigen Lebenszyklus im All durchlief und deren Genom komplett entschlüsselt wurde – um nur ein Beispiel zu nennen …

Fazit:

FLORA – Ein grandioser Bildband über 3000 JAHRE PFLANZENDARSTELLUNG IN DER KUNST! Mit 300 ausgewählten Kunstwerken, die diesen Anlass zelebrieren und darüber hinaus allerlei Informationen mit sich führen. Umfangreich, imposant und qualitativ hochwertig, sucht dieses Werk seinesgleichen.

 

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REZENSION: Das Auge ~ Richard Laymon

Titel: Das Auge
Autor: Richard Laymon
Seitenzahl:
352 Seiten
Erschienen: September 2017
Preis: 9.99 EUR
ISBN: 978-3-453-67703-6
Verlag: Heyne

Sie sieht Dinge, die andere nicht sehen … grausame Dinge … Menschen, die sterben … Blut … Sie glaubt an ihre Visionen … Sie glaubt, dass diese Bilder reale Begenbenheiten zeigen…Morde…Vielleicht hat sie recht … vielleicht ist sie einfach nur wahnsinnig …Wer weiß? (Inhalt + Cover © Heyne)

Rezension:

Melanie Conway war elf Jahre alt, als es zum ersten Mal geschah. Sie hatte eine Art Vision, in der sie ihre Mutter sterben sah, während sie selbst in der Ferne von heftigen Krämpfen ergriffen wurde. Als es nun wieder passiert, geht sie zunächst vom Tod ihres Vaters aus. Zeitgleich wird allerdings auch ihrer Schwester übel mitgespielt. Da weder Vater noch Penelope telefonisch erreichbar sind, nimmt Mels Freund Bodie die achtstündige Fahrt von Phoenix nach Brentwood, Kalifornien, in Kauf, um die Lage vor Ort zu checken. Bei Pen angekommen, erfahren sie von obszönen Anrufen und der großen Angst, der Fremde könnte sich womöglich gewaltsam Zutritt zur Wohnung verschaffen. Also alles halb so schlimm? Nicht wirklich, denn kurz darauf folgt eine Nachricht aus dem Beverlywood Medical Center, dass Whitman Conway einen schweren Unfall hatte. Ein Sportwagen erfasste ihn beim Überqueren der Straße, der Fahrer flüchtete. Whit liegt nach mehreren Knochenbrüchen und einer schweren Kopfverletzung im Koma. Geht es nach Melanie, gibt es dafür nur eine Erklärung: Die weitaus jüngere Joyce Conway habe es nur auf das Geld des Vaters abgesehen und mache gemeinsame Sache mit Harrison Donner, Whits Kanzleipartner. Es sei unverkennbar, dass die beiden eine Affäre sowie Lebensversicherung und Erbe fest im Blick haben. Tatsächlich ist Donners Weste nicht blütenrein und auch Joyces Verhalten scheint nicht ohne … Melanie schwört Rache!

RICHARD LAYMON erzählt von einer typisch-amerikanischen Familie, in der erwartungsgemäß nicht alles rund läuft: Nachdem die Mutter früh stirbt, schnappt sich eine deutlich jüngere Frau den Vater als gute Partie. Der kleinen Tochter ist sie natürlich ein Dorn im Auge. Ebenso die ältere Schwester, die nicht nur besser aussieht, sondern auch sämtlichen Männern den Kopf verdreht und ihr den Freund ausspannt. Die Beziehungen untereinander könnten wahrlich besser sein. Nichtsdestotrotz ist Blut dicker als Wasser. Mit der Vision vom vermeintlichen Tod eines Familienmitglieds, erhält DAS AUGE einen übersinnlichen Touch. Im Großen und Ganzen ranken fünfundzwanzig Kapitel, in dritter Person Singular aus verschiedenen Perspektiven verfasst, um allerhand Missverständnisse, wilden Theorien und falschen Schlussfolgerungen sowie kleinen Überraschungen. Der Autor lässt kein Detail aus, was den Leser eng ans Geschehen bindet. Wer LAYMON kennt, weiß allerdings um seine Vorliebe für sekundäre Geschlechtsmerkmale der Frauen, die auch in diesem Buch nicht fehlen. Eine frühere Vergewaltigung kommt zur Sprache und ab und an spritzt Blut. Darüber hinaus bietet der Roman spannende Unterhaltung mit einem Ende, das sämtliche Ereignisse ad absurdum führt.

DAS AUGE erscheint als handliches Taschenbuch bei Heyne Hardcore.
Aber Achtung: Das Cover, an sich nett gestaltet, will nicht so ganz zur Handlung passen, ebenso wenig wie die Inhaltsbeschreibung auf der Rückseite des Buches!
Ein Werksverzeichnis der von RICHARD LAYMON im Heyne Verlag erschienen Titel, inklusive persönlicher Anmerkungen des Autors hier und da, rundet den Titel ab.

Fazit:

DAS AUGE ist kurzweilige Unterhaltung anno 1992. Einfach, ruhig – eher Thriller, denn Horror – aber summa summarum ein echter LAYMON mit Pfiff.

 

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